JOHANNA IN KOLUMBIEN

Mein Leben in Cali


Jeder Augenblick ist von unendlichem Wert.
Seneca


FROHE WEIHNACHTEN UND EIN TOLLES NEUES JAHR

Meine liebsten Unterstützer, Befürworter, Freunde und Familie,

ich möchte mich bei euch bedanken!
Danke für eure lieben Nachrichten, Fragen und Momente, in denen ihr an mich gedacht habt, in den letzten 3 Monaten und vor allem jetzt zur Weihnachtszeit.

Ihr könnt euch gar nicht vorstellen, wie glücklich es mich macht, von euch zu hören und zu wissen, dass ihr mich nicht ganz vergessen habt.


Ich wünsche euch wundervolle, besinnliche und kalte (mit hoffentlich viel Schnee) Weihnachten.
Esst alle für mich ein Plätzchen und ein Stück Stollen mit.;)


Startet gut in das Jahr 2015. Genießt das neue Jahr und erfüllt euch einige Träume und Wünsche, auch wenn sie noch so klein sind.


Ich werde mich bis zum neuen Jahr nicht mehr hier melden.

Morgen, den 24. Dezember, verbringe ich mit Pauline (Ja, meine beste Freundin ist seit gestern bei mir in Cali) und Roxane bei einem Freund.

Am 25. Dezember beginnt die Feria - das größte Event des Jahres in Cali. Bis zum 28. heißt es Tanzen, Musik, Spaß und Feiern und am 28. Dezember fahren Pauline und ich nach Salento und danach nach Medellín.

Wenn ich am 2. Januar zurück komme werde ich euch über alles informieren!

Ich werde an euch denken, wenn ich morgen in der Hitze Weihnachten feiere - noch ist es sooo unreal.



Bis Bald und liebste Weihnachtsgrüße aus Cali!!!

Eure Johanna



SAN ANTONIO - MEIN STADTVIERTEL

San Antonio ist eines der über 200 Stadtviertel von Cali.

Es liegt im Westen der Stadt, aber dennoch sehr zentral. Wir brauchen circa 10 Minuten zu Fuß ins "Centro".

San Antonio ist bekannt als das Viertel der Ausländer.

Es ist relativ ruhig und durch viele Graffitis sehr bunt und lebensfroh.

Nur wenige Meter von unserem Haus entfernt ist der riesige und stadtbekannte Park San Antonios.

Er erstreckt sich über einen Hügel, an dessen höchster Stelle eine kleine Kapelle steht.

Der Park ist einfach immer gut besucht. Menschen treffen sich dort, um zu reden, essen oder Musik zu machen.

Schmuckverkäufer und andere Straßenverkäufer (Kaffee, Süßigkeiten, etc.) bieten einem fast im Minutentakt ihre Waren an.

Die Nebenstraße des Parks ist von kleinen Restaurants und Kiosken gesäumt.


2 Minuten von unserem Haus entfernt befindet sich eine kleine Tienda (Laden), in dem wir sehr günstig unser Gemüse und Obst einkaufen.

Manchmal kann man echt nicht glauben, dass man so viele Lebensmittel für so einen kleinen Geldbetrag bekommt.

Auch eine Bäckerei ist ganz in der Nähe. Dort findet man nicht nur Brot, sondern auch leckere Teigteilchen, welche mit Käse, Marmelade etc. gefüllt sind. Auch dafür zahlt man  maximal umgerechnet 30 Cent.


San Antonio ist ein relativ sicheres Stadtviertel. Wir können hier problemlos alleine herumlaufen, jedoch darf man nie vergessen, dass man sich nirgends 100-prozentig sicher fühlen darf.


Von unserer WG haben wir einen wundervollen Ausblick in die Stadt und auf den Berg mit den Tres Cruzes (Artikel darüber folgt bald!).

Manchmal muss ich einfach innehalten und mir bewusst machen, dass ich wirklich in Kolumbien bin - ein Traum, den ich jetzt leben darf! :)


SCHNEEFLÖCKCHEN WEIßRÖCKCHEN WANN KOMMST DU GESCHNEIT?

Schon lange habt ihr schon nichts mehr von mir lesen können, das soll sich jetzt ändern:


Heute ist schon der 8. Dezember: bald ist Weihnachten und dann dauert es nicht mehr lange bis das neue Jahr beginnt.

Die Weihnachtszeit ist für die Kolumbianer schon lange angebrochen.

Beispielsweise konnte man schon im September in den Taxis Weihnachtsmusik hören.

Die typische Weihnachtsmusik würde man jedoch niemals als diese identifizieren. Sie lädt zum Tanzen und Feiern ein und erinnert so gar nicht an Ruhe und Besinnlichkeit.


Eine weitere Weihnachtstradition, "los diablitos" (die Teufelchen), ist bereits seit fast einem Monat in Gange. Kinder verkleiden sich als Teufel oder andere gruselige Gestalten und ziehen mit Trommeln durch die Straßen und bitten um Geld.


Die Supermärkte und Geschäfte sind voll mit Weihnachtsdekoration. Das Motto hierbei ist: Hauptsache bunt und blinkend.

Lichterketten, Weihnachtsmänner und Schneemänner, aber auch Leuchtschmetterlinge schmücken die Häuser und Straßen.

Weihnachtsbäume werden aus großen Pappkartons geholt und zusammensteckt und geschmückt, bis kaum noch grün zu sehen ist.


Jeder möchte dazu beitragen, dass manmit einem Lächeln durch die Straßen geht und sich nach Weihnachten fühlt.

Die Wärme macht einem das nicht gerade leicht, denn gerade jetzt geht die Regenzeit zu Ende und es ist viel wärmer als zuvor.


Die Hitze konnte uns jedoch nicht davon abhalten die WG-Küche in eine Weihnachtsbäckerei zu verwandeln.

Weihachtslieder tönten den ganzen Tag durch das Haus.

Schwitzend standen wir in der Küche, da der Gasherd, den erst schon sehr warmen Raum, tüchtig aufheitzte.

Auch konnte ich nicht wie üblich den Teig zum Abkühlen auf das Fensterbrett stellen.

Die Plätzchen sind aber sehr lecker geworden und erinnern an Deutschland. Wir ließen den Abend mit mitgebrachten deutschen Glühwein ausklingen.


Freitag fuhren Laurien und ich mit unseren Kollegen in einen "Vorort" Calis (Pance).

Dort badeten wir im Fluss und wuschen uns traditionellerweise mit Seife vom Jahr 2014 rein und rieben uns mit Zucker ein.

Warum genau man den Zucker verwendet konnte man mir nicht genau erklären.


Gestern feierten wir "Día de la Velitas" (Tag der Kerzen).

Alle Häuser waren voller Lichter, große Malereien auf den Straßen und das Stradtzentrum wurde mit Musik und beleuchteten Bäumen und Figuren gefüllt und selbstverständlich Menschenmassen gefüllt.

Tradition dieses Tages ist es, dass man Kerzen anzündet und vor sein Haus stellt und sich währenddessen etwas für das neue Jahr wünscht.


Liebste und warme Weihnachtsgrüße sende ich euch mit diesem Lied und den Fotos aus Kolumbien!



ADVENTSZEIT IN CALI

Wir Freiwilligen haben gemeinsam einen Adventskalender ausgearbeitet.

Auf einem separaten Blog wird man jeden Tag einen Beitrag lesen und Fotos sehen können.

Das Passwort zum Blog erhält man gegen eine kleine Spende an eine beliebige Spendenaktion.

Natürlich lege euch mein Projekt "Bauen mit Guadua" ans Herz:

https://widget.helpedia.de/spenden-aktionen/lehrwerkstatt-bauen-bambus-montebello?hash=ndz


Der Adventskalender wird euch mehr über meine neue Heimat verraten.
Schaut doch einfach vorbei und lasst euch jeden Tag aus Cali überraschen!


Adventskalender:

https://adventskalendercali.wordpress.com/eine-seite/


Ich wünsche euch allen eine wunderschöne Adventszeit.

Genießt für mich die Kälte und hoffentlich den Schnee.


Ich muss noch an mir arbeiten, dass ich bei über 30°C und Sonnenschein in Weihnachtsstimmung komme.


22. NOVEMBER - 2 MONATE LEBEN IN KOLUMBIEN

Es ist Wahnsinn, dass es heute schon 2 Monate sind.

Noch nie war ich für eine so lange Zeit von meiner Familie getrennt und noch nie konnte ich so tief in eine andere Kultur eintauchen und ein neues, spannendes und selbstständiges Lebens führen.


Wenn ich zurück denke an die Angst, die ich hatte bevor ich geflogen bin.

Wie ich am Tag vor dem Abflug weinend im Bett lag, weil ich mir diesen großen Schritt nicht mehr zugetraut habe.


Doch jetzt bin ich schon seit 2 Monaten hier und ich kann sagen, dass Kolumbien meine neue Heimat ist. Es ist kein Urlaub - es ist Leben.

Leben ist nicht perfekt und Leben heißt nicht, dass es keine Probleme gibt:

Leben heißt aufstehen, nachdem man hingefallen ist.

Leben heißt wieder lachen, nachdem man geweint hat.

Leben heißt in jedem Augenblick das Schöne zu sehen und wertzuschätzen!


Von meinen Schüler, kolumbianischen Freunden und allgemein den Kolumbianern kann und möchte ich so viel lernen.
Die Lebensfreude, Spontanität und Dankbarkeit ist bewundernswert!


Ich bin bereit dafür, dass Kolumbien mich verändert und bin gespannt, was in den nächsten Monaten passieren wird!


Ich bin dankbar für meine Zeit hier!



ES KOMMT DOCH IMMER ANDERS ALS MAN DENKT

Der Urlaub war geplant, die Koffer gepackt doch Samstagmorgen weckt Laura mich mit der Nachricht, dass sie Fieber hat und nicht mitfahren kann.

Um sie nicht alleine zu lassen, entschied ich mich schweren Herzens in Cali zu bleiben.

Die WG war wie ausgestorben, da außer uns 7 Mädels alle im Urlaub waren.

Freitag machten wir uns einen entspannten Tag. Wir haben gemeinsam Kuchen gebacken, viel gequatscht und dann gemeinsam gesungen.

Ein sehr lustiger Tag!

... bis zu dem Zeitpunkt, in dem wir die Tür hörten und dann einen Mann vor unserem Haus beobachteten. Alles war plötzlich verdächtig und wir hatten ganz schön Angst.

Wie Detektivinnen sind wir durch das Haus geschlichen und haben den Mann die ganze Zeit durch das Fenster beobachtet.

Aus Angst davor, dass er bei uns einbrechen wird, riefen wir die Polizei an und unsere kolumbianische Mama.

Sie traf gegen Mitternacht bei uns in der Wohnung ein und beruhigte uns. Dann sprach sie mit dem Mann und es stellte sich heraus, dass es sein Job ist dort zu stehen und die Autos zu beobachten.

Erleichtert begannen wir alle zu lachen. Wie schnell man Dinge ins negative interpretiert und sich in Situationen hinein steigert.


Noch bis 2 Uhr saßen wir auf dem Küchenboden und haben Kuchen gegessen und uns unterhalten.


Samstag sind wir dann spontan mit 2 kolumbianischen Freunden zum "Kilometro 18" gefahren. Ein kleines Örtchen auf einem Berg, welches 18km vom Meer entfernt ist.

Man findet dort fast ausschließlich Restaurants, da die Einwohner Calis dorthin fahren um mal niedrigere Temperaturen zu haben.

Es ist wie eine Tradition, dass man dort Kakao mit Käse oder Agua de Panela (warmen Zuckerrohrsaft) mit Käse trinkt.

Man wird ein feta-ähnliches Käsestück in das Getränk und wartet bis es etwas geschmolzen ist - klingt komisch, aber ist echt lecker.


Die beiden Kolumbianer haben auf unserem Weg einfach einen Hausbesitzer gefragt, ob wir mal sein Haus sehen dürfen.

Es war etwas ärmlich, aber die Familie voller Liebe.

Sie haben uns ihre ganzen Tiere gezeigt (Schildkröte, Hasen, Meerschweinchen, Ziegen, Hunde) und alle Zimmer der Wohnung.


Auf dem Weg zum Kilometro 18 hatten wir eine weitere Erfahrung mit der Polizei. Wir wurden angehalten, da wir zu 4. im Auto hinten saßen.

Ein besänftigendes Gespräch reichte aber aus und wir konnten unseren Weg fortsetzen.


Heute, Montag, haben wir uns einfach ausgeruht und sind ein bisschen durch unser Stadtviertel geschlendert.


Schade, dass es mit dem Urlaub nicht geklappt hat, aber trotzdem hatte ich ein tolles Wochenende und jetzt neue Kraft für die nächste Schulwoche.


"Terron Colorado" auf dem Weg zum Kilometro 18 - die Menschen malen ihre Häuser bunt an um ihrem Alltag Freude zu verleihen
"Terron Colorado" auf dem Weg zum Kilometro 18 - die Menschen malen ihre Häuser bunt an um ihrem Alltag Freude zu verleihen

kolumbianisches Essen: Empanadas, Hühnchen, Würste, mit Reis gefüllte Kartoffeln uvm.
kolumbianisches Essen: Empanadas, Hühnchen, Würste, mit Reis gefüllte Kartoffeln uvm.

MEIN ERSTER KURZURLAUB: SAN CIPRIANO

San Cipriano war das Ziel für unser verlängertes Wochenende.
Mehr als den Ort und die Zeit, zu der wir uns am Terminal treffen wollte, hatten wir nicht geplant.
Wir wollten spontan und ungebunden sein.
Iván, unser Mentor und mittlerweile guter Freund, erklärte sich bereit uns zu begleiten.
San Cipriano ist ein kleines Dorf, welches durch seine ruhige Lage und einen wunderschönen Fluss mit Wasserfall besticht.

Ich nehme vorweg, dass wir eine wundervolle Zeit hatten und es uns allen schwer gefallen ist, wieder in den Alltag zu starten.


Jetzt seid ihr sicher neugierig und da Fotos manchmal besser erzählen können als Worte, nehme ich euch jetzt mit nach SanCipriano!

Um 7 Uhr kamen wir am Terminal mit dem Taxi an. Iván wartete schon auf uns.
Um 7 Uhr kamen wir am Terminal mit dem Taxi an. Iván wartete schon auf uns.
Der kleine Bus für 20.000 pesos (ca. 8€) entpuppte sich als bequemer und komfortabler, als ich erwartet habe. Nach 2,5 Stunden waren wir plötzlich da. Wäre Iván nicht gewesen, dann hätten wir den Ausstieg echt verpasst, denn der war irgendwo im Nirgendwo.
Der kleine Bus für 20.000 pesos (ca. 8€) entpuppte sich als bequemer und komfortabler, als ich erwartet habe. Nach 2,5 Stunden waren wir plötzlich da. Wäre Iván nicht gewesen, dann hätten wir den Ausstieg echt verpasst, denn der war irgendwo im Nirgendwo.
Ein paar Meter weiter wurden wir von einer Gruppe Jugendlicher begrüßt, die für uns ein kleines Musikstück spielten. Die Urlaubsstimmung kam jetzt so richtig auf!
Ein paar Meter weiter wurden wir von einer Gruppe Jugendlicher begrüßt, die für uns ein kleines Musikstück spielten. Die Urlaubsstimmung kam jetzt so richtig auf!
Dann wurde es spannend. Auf umgebauten Motorrädern mussten wir 20 Minuten in unseren eigentlichen Zielort fahren. Die Motorräder sind an einer Holzplattform befestigt, auf der eine Bank steht. Die ganze Konstruktion fährt unerwartet schnell auf Schienen.
Dann wurde es spannend. Auf umgebauten Motorrädern mussten wir 20 Minuten in unseren eigentlichen Zielort fahren. Die Motorräder sind an einer Holzplattform befestigt, auf der eine Bank steht. Die ganze Konstruktion fährt unerwartet schnell auf Schienen.
San Cipriano selbst besteht eigentlich nur aus einer einzigen Straße, an deren Seiten Restaurants, Hotels und Häuser zu finden sind. Wir machten uns auf die Suche nach einer Unterkunft.
San Cipriano selbst besteht eigentlich nur aus einer einzigen Straße, an deren Seiten Restaurants, Hotels und Häuser zu finden sind. Wir machten uns auf die Suche nach einer Unterkunft.

Das 2. angeschaute Hotel sollte unseres werden.

Helena hat sich stellvertretend für uns das Bad angeschaut, welches, wie die Zimmer, sehr einfach ist. Dann fragt sie, ob es warmes Wasser gibt. (Wir haben nicht mal in Cali warmes Wasser). Wir waren schon alle am Lachen, da ruft sie uns zu: "Leute, es gibt wenigstens Licht. Hier bleiben wir!"
So war die Entscheidung getroffen. 10.000 Pesos (ca. 4€) für jeden pro Nacht im 4-Personen- Zimmer, dass aber auch für uns 5 genug Platz hatte.
Als erstes hingen wir, zu Iváns großer Belustigung, unsere Moskitonetze auf.


Gleich gingen wir zum Fluss um uns Abzukühlen und uns zu sonnen.
Zu meiner größten Freude bin ich wirklich braun geworden!

Der Sonntag startete mit Reis, Kochbanane und Rührei und wundervollem Wetter. Ein echtes Wunder, da es die ganze Nacht geregnet hat, wie aus Eimern.
Der Sonntag startete mit Reis, Kochbanane und Rührei und wundervollem Wetter. Ein echtes Wunder, da es die ganze Nacht geregnet hat, wie aus Eimern.
Eine geführte einstündige Wanderung zu einem Wasserfall stand an. Keiner von uns ahnte, dass wir bereits nach den ersten Metern einen Fluss durchqueren müssen. Bis über den Bauch ging teilweise das Wasser. Gar nicht so einfach mit Taschen und der Strömung
Eine geführte einstündige Wanderung zu einem Wasserfall stand an. Keiner von uns ahnte, dass wir bereits nach den ersten Metern einen Fluss durchqueren müssen. Bis über den Bauch ging teilweise das Wasser. Gar nicht so einfach mit Taschen und der Strömung
Es ging mitten durch den REGENWALD. So unbeschreiblich schön. Die schmalen Pfade wurden immer wieder von Bächen unterbrochen, die es zu durchqueren galt. Die nassen Klamotten waren bei der Wärme, jedoch gar kein Problem. Es war einfach toll!
Es ging mitten durch den REGENWALD. So unbeschreiblich schön. Die schmalen Pfade wurden immer wieder von Bächen unterbrochen, die es zu durchqueren galt. Die nassen Klamotten waren bei der Wärme, jedoch gar kein Problem. Es war einfach toll!

Ziel erreicht!
Ziel erreicht!
Meine süßen Mitreisenden: Franzi, Helli und Susi
Meine süßen Mitreisenden: Franzi, Helli und Susi
Ein Highlight jagt das Nächste: Mit ausgeliehenen Reifen kann man den Fluss herunterschwimmen. Nach 45 Minuten Weg flussaufwärts,den wir mit Singen von deutschen Wanderliedern füllten, folgte die spaßige "Fahrt". Man ließ sich einfach treiben.
Ein Highlight jagt das Nächste: Mit ausgeliehenen Reifen kann man den Fluss herunterschwimmen. Nach 45 Minuten Weg flussaufwärts,den wir mit Singen von deutschen Wanderliedern füllten, folgte die spaßige "Fahrt". Man ließ sich einfach treiben.
... nicht immer war es so entspannt. "Achtung Stein - Po hoch" war der wohl meist genutzte Satz bei flachem Wasser ;)
... nicht immer war es so entspannt. "Achtung Stein - Po hoch" war der wohl meist genutzte Satz bei flachem Wasser ;)
... auch auf die andere warte war eine echte Herausforderung
... auch auf die andere warte war eine echte Herausforderung
Am Abend hieß es dann leider schon Abschied nehmen. Regenwald tauschen gegen Großstadt. Kolumbien ist einfach so vielseitig und so wunderschön!
Am Abend hieß es dann leider schon Abschied nehmen. Regenwald tauschen gegen Großstadt. Kolumbien ist einfach so vielseitig und so wunderschön!

Auf Susi's Blog findet ihr noch mehr Fotos und Erzählungen von unserem Urlaub:
http://susiencolombia.wordpress.com/2014/11/04/san-cipriano/

Und einige zusätzliche Fotos findet ihr bei mir unter "Eindrücke".

Ich hoffe, ich konnte euch ein bisschen mitnehmen und euch einen kleinen Einblick verschaffen!


MONUMENTO SEBASTIÁN DE BELALCAZAR

Eines der 6 Dinge, die man in Cali unbedingt sehen soll ist eine Statue von Sebastián de Belalcazar.
Dieser spanische Eroberer gründete die Stadt am 25. Juli 1536.
Die Statue blickt in die Stadt und weist mit der ausgestreckten Hand in die Richtung des Meers.

Samstagnachmittag haben wir spontan entschieden, dass wir zu der Statue gehen möchten.
Die Jungs waren sich sicher, dass es nicht weit entfernt ist und der Weg recht einfach zu finden  ist.
Schon bald waren wir uns unsicher, ob wir noch richtig sind und begannen uns durchzufragen.
Der Weg führte durch Teile Calis, die ich vorher noch nicht gesehen hatte.
Kleine Häuschen und viele Wände, die mit Graffiti gestaltet sind.
Unterwegs bekamen wir von einem Mann Mangos geschenkt.

Als wir dann nach einer guten Stunde Weg die Statue erreicht hatten genossen wir die Sicht und machten Fotos.
So ganz ist der Tourist doch noch nicht aus uns heraus ;)

Einige realisierten dann, dass wir einen riesigen Umweg gelaufen waren uns wir eigentlich sehr nah an unserem Haus sind.
Der Rückweg dauerte folglich nur 15 Minuten.

Wenige Minuten nach dem Erreichen des Hauses begann es zu regnen (Es ist gerade Regenzeit.).
Wir hatten also Glück gehabt.


Mangos, ein schöner Weg, ein schöner Blick, schöne Fotos = PERFEKT!



1 MONAT KOLUMBIEN

Heute ist der 22. Oktober - Wahnsinn wie schnell die Zeit vergeht!
Schon einen Monat lebe ich jetzt in Cali.
Schon einen Monat genieße ich morgens und abends diesen tollen Blick.
Schon ein Monat hat gereicht, dass ich mich anfange hier zuhause zu fühlen.

Ich bin sehr glücklich, dass ich hier bin und genieße es sehr, wie ich Tag für Tag mehr in dieses Land gehöre.
Man findet Freunde, spricht die Sprache besser und beginnt sich langsam in der Stadt auszukennen.

Ich freue mich sehr auf die weiteren 11 Monate!


AUSFLUG NACH MONTEBELLO

Am Samstag hatten wir einen Ausflug nach Montebello.
Montebello ist ein etwas abgelegener Teil von Cali, der eigentlich wie ein eigenständiges Dorf scheint.
In diesem, doch ehr ärmeren Viertel, steht auch die Schule von "Escuela para la Vida".
Eine der Talleres (Ausbildungsstätten) ist "Hotel und Tourismus".
Die Auszubildenden haben für uns eine Tour durch Montebello organisiert.

Schon ein paar Tage vorher kam eine Auszubildende zu uns ins Haus, um uns ein paar Tipps und Regeln zu geben: Keine Waffen mitnehmen., Keine Armee-Kleidung., 24 Stunden vorher keine Milchprodukte essen. U nur einige Beispiele zu nennen.
Der Tag der Wanderung startete um 8 Uhr im Colegio mit einer Aufwärmung.
Gemeinsam mit 2 Auszubildenden machte sich eine Gruppe von 12 Deutschen auf den Weg.

Der Weg führte an eine alten Kohlemine vorbei. Schön war, dass wir Informationen zu einigen Plätzen bekamen.

Den ganzen Weg fühlte man sich wie mitten im Urwald. Wir mussten oft kleine Bäche überqueren, über Steine klettern und uns den Weg frei machen.
Unser Ziel war "La Piedra" (der Stein). Ein großer Findling, der an einer Stelle liegt, wo der Fluss in mehreren kleinen Wasserfällen den Berg hinunter fließt. Man findet dort kleinere Wasserbecken, welche über "natürliche Rutschen" miteinander verbunden sind.
An diesem echt wunderschönen Ort machten wir Pause mit Kuchen und Saft.

Einige gingen baden.
Der Rückweg war wesentlich leichter.
Highlight des Rückweges war, dass eine andere Auszubildende uns ihren Papageien zeigte, den wir alle mal halten durften.
Bei mir ist er natürlich nicht nur auf dem Finger geblieben, sondern musste sich plötzlich auf meine Schulter setzen.

 

Gegen 12 Uhr waren wir zurück am Colegio zum Mittagessen und schlussendlich gegen 14 Uhr zurück in der WG, wo ich sofort die Waschmaschine angemacht habe, um meine vollkommen eingematschte und nasse Hose zu waschen.
Zusammengefasst: toller und sehr entspannter Ausflug!

Eingang der Mine, in der viele Menschen aus Montebello noch heute arbeiten
Eingang der Mine, in der viele Menschen aus Montebello noch heute arbeiten
Der Weg durch den "Urwald"
Der Weg durch den "Urwald"

Da war es ja noch ganz witzig ...
Da war es ja noch ganz witzig ...
... doch dann war es mir schon etwas komisch.
... doch dann war es mir schon etwas komisch.


DAS WOCHENENDE GING SPANNEND WEITER ...

 

Sonntag feierten wir den ersten kolumbianischen Geburtstag.
Susi ist 19 Jahre alt geworden.
Nachdem wir schon Samstag spontan im Bus "Viel Glück und viel Segen" gesungen haben, um den Geburtstag nach deutscher Zeit zu feiern, gab es am "kolumbianischen Geburtstag" ein gemeinsames Kuchen essen am Nachmittag.
Danach sind einige von uns Freiwilligen mit 2 Mentoren in die Innenstadt gegangen.
Die "Hauptstadt des Salsas" machte ihrem Namen mal wieder alle Ehre.
Ein Tanz- und Musikfest fand statt, zu dem Tänzer und Band von ganz Kolumbien anreisten um ihre traditionellen Tänze zu zeigen.
Die traditionellen Kleider sahen richtig schön aus.

Danach zeigten uns die Mentoren ein paar Dinge im Zentrum der Stadt.
Wie so oft, wenn wir in größerer Gruppe unterwegs sind, wurden wir einige Male angesprochen, ob man ein Foto mit uns machen darf.
Wir sollten echt den Rat unserer Mentoren annehmen und Geld dafür einnehmen. ;)

Umso mehr ich von Cali sehe, desto mehr verliebe ich mich in diese Stadt. Ich bin sehr froh, dass ich hier sein darf!


Auf einem Platz waren einige Body-Painting-Stände
Auf einem Platz waren einige Body-Painting-Stände
"Ist es okay, wenn wir ein Foto mit euch machen?" Wir sollten Geld einnehmen dafür!
"Ist es okay, wenn wir ein Foto mit euch machen?" Wir sollten Geld einnehmen dafür!
Das Rathaus von Cali
Das Rathaus von Cali
Die Hauptkirche der Stadt "La Ermita"
Die Hauptkirche der Stadt "La Ermita"


AUSFLUG NACH PANCE

Am Samstag ging es zeitig los, da wir so viel wie möglich von dem Tag haben wollten.
Ein Mentor, Sebastian, hatte uns in seine Finca außerhalb von Cali eingeladen

Um 8Uhr wurden wir in der WG abgeholt um in die Nähe von Pance zufahren.
Eine Stunde Busfahrt später war der Großstadtlärm gegen Natur eingetauscht.
Die Häuser der Wohnsiedlung, in der Sebastian wohnt, unterscheiden sich deutlich von denen, die ich bis jetzt in Cali gesehen habe: Große, schöne Häuser mit Gärten und genügend Platz zum Nachbarhaus.
Da wurde mir nochmal sehr bewusst, wie groß die Spanne zwischen Arm und Reich in Kolumbien ist.
Wir ließen unsere Rucksäcke mit dem mitgebrachten Essen in seinem Haus und starteten den halbstündigen Weg zu einem Wasserfall.
Es ging fast kontinuierlich bergauf - echt anstrengend bei der Wärme.
Trotz der Anstrengung habe ich die Ruhe und die Natur genossen.
Verschwitzt kamen wir an unserem Ziel an. Der Wasserfall fließt als kleiner Fluss weiter bergab. Einige der Freiwilligen hatten Badesachen mitgebracht und nutzten die Pause zum baden.
Ich habe mich sehr geärgert, dass ich keine Schwimmsachen mitgenommen hatte, aber hoffentlich schaffe ich es im Laufe der nächsten Monate nochmal dorthin zu kommen und dann auch zu baden.

Gerade zurück in Sebastians Haus angekommen begann es zu gewittern.
Zum ersten Mal machte sich die Regenzeit bemerkbar.
Wir dachten schon, dass wir die Nacht in seinem Haus verbringen müssten. Doch nach 2 Stunden hörte es langsam auf zu regnen und wir nutzen die Möglichkeit zurück zum Bus zu laufen.

Der Samstagabend war der ruhigste, den ich bis jetzt in der WG erlebt habe: Fast alle lagen schon gegen7Uhr erschöpft in ihren Betten.

Busfahrt
Busfahrt



Und da begann es zu regnen
Und da begann es zu regnen

Der Fluss vor dem Gewitter
Der Fluss vor dem Gewitter
... und nach dem Gewitter.
... und nach dem Gewitter.


Unser Zimmer (mein Bett ist rechts unten)
Unser Zimmer (mein Bett ist rechts unten)

DIE ERSTEN IMPRESSIONEN VON MEINEM WG-LEBEN

 

Die Information kurz vor dem Abflug, dass wir zu 30. in einer WG leben werden, war ein großer Schock für mich. Ich konnte mir nicht vorstellen, wie das funktionieren soll.
Das WG-Haus entpuppte sich jedoch ganz anders als ich es mir vorgestellt hatte.
Wir sind auf 3 Etagen verteilt, sodass nicht alle ständig aufeinander hängen.
Gemeinsame Treffpunkte sind die Küche, die Terrasse und ein überdachter Platz, der ein paar Schritte vom Haus entfernt ist.
Man hat also die Möglichkeit Orte zu finden an denen man seine Ruhe hat. Auch in meinem Zimmer kann ich Ruhe finden, da schon allein das Moskitonetz über meinem Bett das Gefühl von Privatsphäre schafft - Kopfhörer rein und schon ist man dem WG-Trubel und Problemen entflohen.
Die meisten von uns wohnen das erste Mal alleine. Es ist neu Verantwortung für sich und seine Sachen zu übernehmen. So zählen zum Beispiel die Sauberkeit im Haus und das nicht abgespülte oder weggeräumte Geschirr zu den größten Konflikts- und Diskussionspunkten.

Trotzdem liebe ich das Leben hier. Man hat immer jemanden zum Reden, Umarmen oder zum Herumblödeln.
Man wird bei Heimweh von vielen Armen aufgefangen und findet immer ein offenes Ohr für die eigenen Sorgen oder Probleme.
Natürlich kommt man nicht mit allen Menschen gleich gut zurecht, aber das muss man hier ja auch nicht. Man hat schließlich die Möglichkeit, sich aus dem Weg zu gehen.

Das Haus liegt komplett in unserer Verantwortung. Wir haben einen Putzplan, der jedes Zimmer für einen bestimmten Bereich zuständig macht.
Mein Zimmer ist für die Grundordnung der Küche verantwortlich und diesen Monat auch für das Fegen der Terrasse.
Putzen ist hier wirklich wichtig, denn auch wenn ich es im Vorbereitungsseminar nicht glauben wollte, dass es passieren wird, hatten wir schon die ersten Tierchen in der Wohnung.
Lässt man in unserem Zimmer ein Glas länger stehen hat man es nach wenigen Minuten mit kleinen Ameisen gefüllt.
Außerdem gibt es einen Waschplan, da die eine Waschmaschine möglichst effizient und fair genutzt werden soll.
Mein Zimmer hat Dienstag Waschtag.
Es gibt nur Kaltwäsche und man muss jedes Wäschestück einzeln in die Maschine legen, dass sie sich drehen kann.
Die aufgehangene Wäsche trocknet super schnell bei dem warmen Wetter.


Auch wenn es komisch klingt: Ich mag diese neue Verantwortlichkeit.
Wäsche waschen, aufräumen, putzen, kochen und einkaufen nicht weil meine Eltern mich dazu auffordern, sondern weil ich es für mich tue. Wenn ich es nicht mache, dann macht es niemand.
Mama hatte die letzten Wochen vor der Ausreise immer etwas Angst, dass sie mich nicht genug auf das Leben vorbereitet hat, aber keine Sorge Mama, du hast das geschafft.

Laurien und ich haben eine Kochgemeinschaft gegründet, da wir immer zur selben Zeit Heim kommen.
Wir gehen zusammen einkaufen, wofür ich echt dankbar bin, da es mir gerade am Anfang schwer gefallen ist, alles zu bedenken was wir die ganze Woche brauchen werden.
Ich muss ehrlich zugeben, dass Laurien den Hauptteil beim Kochen übernimmt und ich dafür abspüle.
Es gab unter anderem schon Eierkuchen, Kartoffelbrei, Nudeln & Tomatensoße - sehr kolumbianisch ... ;)
Manchmal kochen wir jedoch auch mit landestypischen Produkten.

Da sich fast jeder etwas kocht, bietet sich immer die Möglichkeit sich durch verschiedene Gerichte zu probieren und Anregungen für das eigene Kochen zu bekommen.

Noch ein paar Sätze zu meinem Tagesablauf:
Mein Wecker klingelt kurz nach 6 Uhr. Wenn ich nicht aufstehe, wecken mich meine Mädels im Zimmer. Jedoch wache ich meistens auf, da man jede Bewegung von Celine (schläft im Bett über mir) spürt.
Es kostet mich immer noch jeden Tag Überwindung unter die eiskalte Dusche zu steigen, aber man ist nach dem Duschen zumindest wach.
Danach gehe ich runter in die Küche und hole mir Trinkwasser zum Zähne putzen, da wir das Leitungswasser unserem Bauch noch nicht zumuten sollen.
Meistens putze ich auf der Terrasse Zähne, da ich den Ausblick so liebe.
Danach geht es auf die Arbeit.
Die Nachmittagsgestaltung ist noch nicht so ausgereift, das wird sich bald finden.
Gegen 18 Uhr wird es innerhalb von wenigen Minuten dunkel.
Das führt dazu, dass man gegen 20 Uhr das Gefühl hat, als wäre es schon längst Mitternacht.
Meistens bin ich ziemlich erschöpft von dem Tag und gehe deswegen relativ zeitig ins Bett.

Das waren die ersten Impressionen nach bald 3 Wochen.
Mal sehen was noch so passieren wird :)

So sehr ich das WG-Leben auch mag, ich wünsche mir trotzdem sehr bald eine Gastfamilie zu finden und natürlich auch viele kolumbianische Freunde, sodass man immer mehr in das kolumbianische Leben taucht.
Drückt mir die Daumen :)

Jetzt noch ein paar Bilder aus meiner WG:

 

Manchmal braucht man einfach Zeit für sich
Manchmal braucht man einfach Zeit für sich
Bestes Frühstück: Haferflocken + Avena (Hafermilch) + frisches Obst
Bestes Frühstück: Haferflocken + Avena (Hafermilch) + frisches Obst

gemeinsame Kochen für unsere kolumbianischen "Mamas"
gemeinsame Kochen für unsere kolumbianischen "Mamas"
gemeinsames Essen
gemeinsames Essen

Timon hat Laurien und mir den Spaß gegönnt, ihm die Haare zu schneiden - mit der Küchen und Bastelschere! :D
Timon hat Laurien und mir den Spaß gegönnt, ihm die Haare zu schneiden - mit der Küchen und Bastelschere! :D
Helena und ich teilen uns einen BEGEHBAREN Kleiderschrank
Helena und ich teilen uns einen BEGEHBAREN Kleiderschrank

Mein Zimmer (noch ohne Laura)
Mein Zimmer (noch ohne Laura)
Abendliches Workout mit Franzi und Helena
Abendliches Workout mit Franzi und Helena

Nach dem Joggen arbeiten Laurien und ich an unserer Fitness
Nach dem Joggen arbeiten Laurien und ich an unserer Fitness
Franzi und ich an unserem Wasserspender
Franzi und ich an unserem Wasserspender



RESIDUO SÓLIDO

Residuo Sólido heißt die Band, in der Luis, einer unserer Mentoren, spielt.
Er lud uns Sonntag zu einem Konzert seiner Band ein.
Fast alle Instrumente sind aus "Schrott" gemacht: So spielte ein Musiker beispielsweise ein Instrument, gebaut aus mehreren Wasserrohren, mit Flip-Flops.

Die Band wird nächstes Jahr auf Europa-Tournee gehen und auch in Deutschland Auftritte haben. Und wir haben sie hier einfach kostenlos in einem nahegelegenen Park gesehen.

Das Besondere an dem Konzert war, dass anscheinend ein Musikvideo gedreht wurde. Ein ganzes Kamera-Team war vor Ort und filmte die Künstler, aber auch uns Zuschauer.
Mal schauen ob wir bald in einem Video auftauchen.
Es war auf jeden Fall sehr witzig wie manchmal mitten im Lied abgebrochen wurde, da die Aufnahme nicht geklappt hat.

 

Hier könnt ihr mal in ein Lied von Residuo Sólido reinhören :)



MEIN ERSTES WOCHENENDE IN CALI

SAMSTAG

Aufgeregt warten wir, dass es um 11 Uhr ist, denn für diese Uhrzeit war das Treffen mit Vertretern unserer Einsatzstellen geplant.
Gemeinsam mit den Mitarbeitern unserer Organisation haben wir unsere Rechte und Pflichten in den Einsatzstellen besprochen und nach dem Frühstück war Zeit mit unserer "Einsatzstellen-Vertreterin"(vorne rechts im Bild) zu sprechen.
Carmenza ist sehr nett und fürsorglich, macht es uns aber mit ihrem schnellen Reden nicht einfach alles zu verstehen.
Einen genauen Plan bekamen wir am Samstag nicht, aber Kolumbien übt mich in Spontanität und Geduld, also werde ich mich überraschen lassen wie Montag, mein erster Arbeitstag, wird.

Nach dem Treffen fragten uns 2 Einsatzstellenleiterinnen, ob wir mit ihnen den restlichen Tag verbringen wollen.
Gemeinsam mit noch einigen anderen Freiwilligen sind wir Essen gegangen und danach zu Cristo Rey gefahren, eine Jesus-Statue wie die weltbekannte in Rio (nur 4m kleiner).
Der Blick auf das riesige Cali war toll.
Zum Abschluss des Tages haben wir in einen typisch kolumbianischen Snack gegessen. Crushed Eis mit vielen einheimischen Früchten und gesüßter Kondensmilch. Süß aber sehr lecker.

Der Mann in der Mitte wollte unbedingt ein Foto mit so vielen hübschen Blondinen machen ;)
Der Mann in der Mitte wollte unbedingt ein Foto mit so vielen hübschen Blondinen machen ;)
Susi, Frieda, Laurien und Ich (v.l.n.r.)
Susi, Frieda, Laurien und Ich (v.l.n.r.)


COLEGIO DE LAS AGUAS

Schulleiterin Simona (rechts im Bild)
Schulleiterin Simona (rechts im Bild)

Wir wurden in das „Casa de la Paz“ (Haus des Friedens) geführt, wo wir von der Geschichte der Schule erfuhren. Danach führten uns die Auszubildenden der Lehrwerkstatt „Tourismus“ über das Gelände. Es ist Wahnsinn wie viel in nur 10 Jahren entstanden ist.

Aus einem Klassenraum hörten wir laute Musik, schneller als wir schauen konnten, tanzten wir mit den Kindern. Die Herzlichkeit und Offenheit der Menschen ist unglaublich.

Eine kleine Gruppe von Kindern überraschte uns mit 2 Gitarrenstücken, die ein Freiwilliger der letzten Generation mit ihnen eingeübt hat.
Nach dem Rundgang aßen wir gemeinsam Mittag: zubereitet von der Lehrwerkstatt Kochen.


Das Lehrerkollegium stellte sich vor und jeder beteuerte, dass die Schule für uns offen stehe. Wir sind jederzeit willkommen mit eigenen kleinen Projekten, Hilfe am Nachmittag oder in den Ferien.
Ich möchte unbedingt im Colegio etwas machen. Mal sehen was sich findet.
J


Jeder von uns hat als Dankeschön eine selbstgebastelte Karte mit einem sehr liebevollen und herzlichen Text bekommen.
„Es genial tenerte entre nosotros, te damos una calurosa bienvenida con los brazos abiertos.“ – „Es ist genial dich unter uns zu haben. Wir heißen dich mit offenen Armen willkommen.“

Leider mussten wir gegen 1 Uhr schon weiter.
Wir fuhren zu GuaduaViga, ein neues Projekt des Vereins.
Es wurde eine Bambuspresse gebaut, welche andere Verwendungsmöglichkeiten des Guaduas zulässt.
Andrés Bäppler, Mitbegründer und Visionär von Escuela para la Vida, führte uns durch die riesige Fabrikhalle. Sein Kollege führte uns mit großem Stolz die Maschinen vor, denn sie liefen heute zum ersten Mal.
Geschafft aber glücklich kamen wir in der WG an und begannen die Küche umzuräumen. Langsam fühlt es sich wie mein neues Zuhause an.


Der heutige Tag hat mir so deutlich gezeigt, dass es wichtig ist an seine Träume zu glauben, auch wenn sie noch so unreal scheinen.


LOMA DE LA CRUZ

15 Minuten Fußweg durch das nächtliche Cali führten uns auf den Hügel „Loma de la Cruz“.
Dort findet jeden Samstagabend ein Tanzabend mit andinischen Tänze statt.
Als wir ankamen war der kleine Platz schon voller Menschen, die gemeinsam zu traditioneller Musik tanzten. Diese Kolumbianer und Kolumbianerinnen strahlten unglaubliche Lebensfreude und Lebendigkeit aus.
Vom Hügel herab konnten wir Calis Lichter sehen – BEEINDRUCKEND und nicht in Worte zu fassen!
Wir Freiwilligen schauten uns nur glücklich an und sagten: „Das ist unsere Stadt, unsere neue Heimat.“
Natürlich entschieden wir uns mitzutanzen. Ein Vortänzer in der Mitte zeigte die Schrittfolgen, welche wir alle nachmachten. Wir gehörten einfach dazu, auch wenn unsere Bewegungen längst nicht so flüssig und gefühlvoll aussahen wie die der Kolumbianer, aber wir haben ja noch ein Jahr Zeit unsere Hüften zu ölen und zu lernen ;)
Mit einigen anderen Freiwilligen ließ ich den Abend im Park von San Antonio ausklingen.
Es ist schön, hier zu sein.


DIE ERSTEN TAGE IN KOLUMBIEN

                                                                 Blick von unserer Terrasse
Blick von unserer Terrasse
Calle 1 - Meine Adresse für das Jahr
Calle 1 - Meine Adresse für das Jahr

Aufgrund von Geldproblemen hat sich die geplante Wohnsituation verändert.
Wir wohnen jetzt alle zusammen in einem Haus, welches vorher das Bürogebäude der Organisation war. Es gibt 3 Etagen, 5 Badezimmer, eine Küche und eine überdachte Terrasse, auf der wir gemeinsam Essen und unsere Freizeit verbringen.
Ich wohne mit Helena, Celine, Isa und Laura in der obersten Etage.

 

Unser Zimmer ist relativ große und nimmt langsam wohnliche Züge an.
Die erste Woche ist unsere Einführungswoche. Langsam sollen wir uns an das kolumbianische Essen, Klima und die spanische Sprache gewöhnen.
Cali ist toll. So groß und lebendig und bunt. San Antonio, unser Wohnviertel, ist eins der besten Viertel von Cali, jedoch ist dennoch Vorsicht geboten.
Mein erster Gang durch die Stadt führte zum Geldautomaten. Mit 300.000 pesos in der Tasche war ich dann doch sehr angespannt und froh zurück in der Wohnung zu sein.
Wir lernten alle Mitarbeiter der Organisation kennen, ein Professor erzählte uns von Calis Geschichte und unser Ärzteteam stellte sich vor.
Gestern beantragten wir unseren Ausländerausweis. Die dafür notwendige 20-minütige Taxifahrt durch Cali verschaffte uns einen Überblick über die riesige Stadt.
Leider ist es sehr gefährlich Fotos in der Stadt zu machen, aber vielleicht schaffe ich es in den nächsten 360 Tagen doch, ein paar Fotos zu machen um euch einen Eindruck zu geben.

Die Stimmung unter uns Freiwilligen ist gut. Man ist nicht allein, sondern fühlt sich wie in einer großer Familie. Auch die Mitarbeiter sind total nett und geben sich große Mühe uns das Spanisch sprechen zu erleichtern und uns Wörter beizubringen.
In unserer Vorbereitungswoche haben wir das große Glück, dass die Mitarbeiter für uns kochen.
Das Essen ist anders und viele Dinge komplett neu für mich, aber trotzdem sehr lecker.
Vor allem in die Früchte und Säfte habe ich mich schon jetzt verliebt!

Ich entschuldige mich für das Durcheinander in dem Bericht, aber es sind so viele neue Eindrücke und so viele Gedanken in meinem Kopf, dass es sehr schwer ist sie sortiert aufzuschreiben.

Gemeinschaftsküche der WG
Gemeinschaftsküche der WG


CALI - DIE HAUPTSTADT DES SALSAS

Cali wird meine Heimatstadt in Kolumbien sein.


Mein Reiseführer beschreibt die

2-Millionen-Stadt folgendermaßen:

"Es ist die Stadt des Südens, der Sonne und weil sie so schön warm ist, scheint alles weniger problematisch. Die Leute wirken offen und liebenswürdig, der Verkehr fließt, das Stadtbild wirkt grün und fast ein wenig geordnet."


Schon bald folgen mehr Eindrücke.

Sicher ist, es wird warm (27°C Durschschnittstemp.), lebhaft, tanzintensiv und unglaublich neu und beeindruckend werden!


Ich werde im Stadtteil San Antonio wohnen. Wir Freiwilligen sind dort auf 2 WGs aufgeteilt.

Ich wohne in der größeren WG mit noch 17! "Mitfreiwilligen". Mit wem genau ich in einem Zimmer gehen werde steht noch nicht fest, aber ihr werdet es erfahren. Versprochen.


Der nächste Eintrag in dieser Rubrik wird dann schon aus Cali sein.

Es sind nur noch ein paar Wochen, aber es fühlt sich noch so unreal an!




KOLUMBIEN

"Das einzige Risiko ist es,
 dass du bleiben willst."

 

Fläche: 1,1 Mio. km²

Bevölkerung: 46.4 Mio.

Hauptstadt: Bogotá

Sprache: Spanisch

Währung: Kolumbianischer Peso

Religion: katholisch (90%)

 

Ich bin gespannt auf das Land, welches unglaublich vielseitig und wunderschön sein soll.

 

Ich bin gespannt auf die Menschen, welche für ihre offene, herzliche und liebevolle Art bekannt sind.

 

Ich bin gespannt auf die Kultur und das traditionelle Essen.

 

Kolumbien ist nach dem "Happy Planet Index" das 3. Glücklichste Land der Welt.

 

Hier könnt Ihr einen kleinen Eindruck über das Land gewinnen:

https://www.youtube.com/watch?v=PuPIV29lwes#t=84


Wenn Ihr auch Lust habt dieses Land zu erkunden, dann lasst es mich unbedingt wissen.

Ich freue mich über Euren Besuch!