JOHANNA IN KOLUMBIEN

Mein Leben in Cali


Jeder Augenblick ist von unendlichem Wert.

Seneca


JETZT IST ES VORBEI


Das Jahr in Kolumbien ist vorbei. 

Ich bin mehr als dankbar für diese unglaubliche Erfahrung.


Deutschland ist so anders und es wird sicher eine Weile bis ich mich richtig eingelebt habe.

Jetzt heißt es aber nach vorne schauen: in 3 Wochen beginnt mein Psychologie-Studium in Leipzig.

Bis dahin bin ich in Meiningen. Vielleicht sieht man sich ja mal, das würde mich sehr freuen!


Danke an euch für das Begleiten durch mein Jahr und euer Interesse an meinen Berichten und Fotos, das bedeutet mir sehr viel! DANKE!


DER HEIMWEG


Natürlich streikte genau an unserem Abreisetag Lufthansa.

Hektisch flogen wir also schon zeitiger nach Bogota um dort mit Lufthansa alles vor Ort zu regeln.

Nach 3 Stunden im Büro der Fluggesellschaft stand fest, dass wir uns trennen müssen.

Roxane und Bianca sollten noch an diesem Abend fliegen, da ihr Visa am 8. September auslief.

Laura, Theresa und ich blieben noch eine Nacht im Flughafenhotel - ein Luxus! Abends entspannnten wir im Whirlpool und das Frühstück am nächsten Morgen war genial.

Dann ging es los: mit dem Flieger nach Venezuela und dort nach 5 Stunden Aufenthalt weiter nach Frankfurt.

Dort wurde ich dann von meinen Eltern und meiner Oma abgeholt.


Ich bin jetzt gut wieder angekommen und lebe mich nun langsam wieder in Deutschland und Meiningen ein!


ABSCHIED TUT WEH


Morgen ist es so weit. Es geht zurück nach Deutschland.

Unfassbar und so unreal!

Die letzten Tage habe ich mich von Menschen und Orten verabschiedet, die mir in dem Jahr wichtig geworden sind.

Gleich gehen wir das letzte Mal Salsa-Tanzen.

Morgen früh werde ich die Koffer fertig packen und gegen 17:30 Uhr geht es dann Richtung Bogota.


Ich freue mich auf euch, aber ich bin auch sehr traurig, mein Leben hier in Kolumbien hinter mir lassen zu müssen.

Abschiede sind schwer, aber Veränderungen sind nötig.

Alles wird gut! - das sagen wir uns momentan immer wieder!


FAKTEN, DIE MIR ÜBER MEINE ZWEITE HEIMAT AUFGEFALLEN SIND

 

- Kolumbianer sitzen in den Bussen generell am Gang.
  Möchte sich jemand neben sie setzen lassen sie den anderen über sie  
  an den Fensterplatz klettern - Warum? Keine Ahnung.

 

- An jedem Straßenstand kann man sich "Minutos" (Minuten) kaufen.
  Die Verkäufer haben dort Handys mit denen man telefonieren kann.
  1 Minute kostet meist 100 pesos (3 cent).

 

- Viele Kolumbianer mögen keine Sonne. Für meine Schüler war es immer    unverständlich, wie ich freiwillig in der Sonne sitzen kann. Lieber steht 
   man an der Bushaltestelle, als sich zu setzen und damit die Beine in
   der Sonne wären.

   Taxifahrer und viele Motorradfahrer haben extra "Armstrümpfe", dass
   sie nicht "verbrennen" - Sonnenbrand ist hier aber auch einfach oft nur,
   dass man mehr gebräunt ist.

 

- Der allgemeine Snack sind Chips. Fast alle Kinder in der Schule haben
  für die Pause eine Chipspackung dabei.

  Am liebsten werden Chips mit Salsa Rosada (Mischung von Ketchup und
  Mayo) gegessen.

 

- In der Stadt fallen einem richtig viele junge Polizisten auf. Sie sind
  jedoch keine ausgebildeten Polizisten, sonder absolvieren nur ein
  obligatorisches Jahr nach dem Beenden der Schule. Freigestellt davon
  sind Männer, die ausgemustert werden oder sich vom Dienst
  "freikaufen".

 

- Laufen oder Fahren Kolumbianer an einer Kirche vorbei, bekreuzigen sich
  viele von ihnen. Zeigt, das Kolumbien ein sehr katholisches Land ist.

 

- Das Toilettenpapier darf nicht ins Klo geschmissen werden, sondern in
  den Mülleimer, da sonst die dünnen Rohre verstopfen.

 

- Punkt 12 ist Mittagessenszeit. Viele Menschen, die arbeiten haben zu
  der Zeit Mittagspause. Die anderen bestellen das Essen genau zu dieser
  Uhrzeit.

 

- Wenn Kolumbianer warten müssen, dann formen sich meist

  Wartschlangen, die auch streng eingehalten werden - allgemein sind
  Kolumbianer im Waren unglaublich geduldig.

 

 

 


"MI EXTRANA FAMILIA" - UNSER ABSCHLUSSPROJEKT - 29.08.2015


Seit einem halben Jahr ist unser Projekt in Planung: Alle Einsatzstellen sollen in einem gemeinsamen Theaterstück vereint werden.

Kinder, Jugendliche aus allen Stadtteilen Calis - aus Heimen, Schulen und Freizeitprojekten.


Am Samstag war es nun soweit.

Nachdem am Mittwoch, bei der Generalprobe, mehr schief gegangen ist als gut, war die Aufregung riesig.


Um 7 Uhr haben wir uns alle im zweitgrößten Theater Calis getroffen, um noch letzte Vorbereitungen zu treffen und noch ein paar Dinge zu proben.


Halb 10 ging es dann los.

Ein Kolumbianer wird eine Deutsche heiraten. Die Familie von Lena trifft zum ersten Mal auf die kolumbianische Familie und Kultur.

Auf eine witzige Weise werden Unterschiede, Missverständnisse und Probleme vorgestellt, mit denen wir selbst auch in den letzten Monaten konfrontiert wurden.

Der schauspielerische Teil (Kolumbianer und deutsche Freiwillige) wird von passenden Musikeinlagen, Tänzen und Gesängen von Kindern der verschiedenen Einsatzstellen ergänzt.

Das ganze Spektakel endet mit einer romantischen Hochzeitsszene und dem gemeinsamen Schlusslied, welches eine Mitfreiwillige selbst komponiert hat.


Zu Tränen gerührt fallen wir uns am Ende in die Arme.

Die Kinder sind glücklich und die Zuschauer auch.


Wundervoll und auf jeden Fall in Erinnerung bleibend!



22.AUGUST - 11 MONATE KOLUMBIEN


- OFFIZIELLER ABSCHIEDSABEND - 


Es ist noch nie in meinem Leben ein Jahr so schnell herum gegangen wie dieses - vor kurzen war doch erst Weihnachten und mein Geburtstag fühlt sich an, als wäre er erst vor 3 Wochen gewesen.


Mittlerweile sind es nur noch weniger als 3 Wochen die mir in Kolumbien bleiben - in einem Land, das mein Herz erobert hat.

Jeder Gedanke an den Abschied treibt mir schon jetzt die Tränen in die Augen. Ich kann es einfach nicht glauben, dass bald von einem zum anderen Tag das alles hier aufhören soll.


So oft gehe ich jetzt aufmerksamer durch die Straßen, ich genieße mehr und bin dankbar für die unzähligen wundervollen Momente, die ich hier erleben konnte!


Letzten Samstag hatten wir bereits den offiziellen Abschiedsabend mit unseren "Weltwärts-Mamas" und Vertretern unserer Einsatzstellen.

Wir waren in einem Restaurant in einem der höchsten Gebäude Calis - im 41. Stock!

Der Ausblick, das Essen und die Stimmung waren genial!

Lehrerinnen von Laurien und meiner Schule
Lehrerinnen von Laurien und meiner Schule

PETRONIO ÁLVAREZ - DAS PAZIFIKFESTIVAL


letzt Woche von Mittwoch bis Sonntag war in Cali Hochbetrieb.

Jährlich kommen zum Petronio Álvarez Besucher aus allen Teilen Kolumbiens und dem Ausland.

Vor allem jedoch kommen die Menschen vom Pazifik nach Cali.

Jeden Tag gibt es Veranstaltungen mit pazifischem Tanz und Musik.

Das wichtigste Instrument dabei ist die Marimba, ein Instrument ähnlich einem großen Xylophon und natürlich Trommeln.

Abends fanden live-Konzerte stand - richtig gut besucht und mit einer wundervollen, lebhaften Stimmung.

Der krönende Abschluss war das Konzert von ChocQuibTown.


Das Video gibt euch einen kleinen Einblick.

Leider sind die Erklärungen auf Spanisch, aber die Bilder stehen auch für sich.


VIVA GUADUA 2015 - INTERNATIONALES BAMBUS-FESTIVAL


Schon zum 3. Mal hat unsere Organisation dasBambus-Festival organisiert.

Vormittags gibt es Workshops, welche von Experten gehalten werden und dann Nachmittags verschiedene Konferenzen.

Alle Teilnehmer (aus ganz Lateinamerika) mussten sich vorher anmelden.

Wir Freiwilligen haben mitgeholfen, wo wir konnten.

Es war eine sehr anstrengende Woche, aber es war auch cool das Festival miterleben zu können.



Seit dieser Woche arbeite ich jetzt wieder in meiner Schule und genieße dort meine letzten Wochen!


LEBEN HEIßT NICHT ZU WARTEN, DASS DER STURM VORÜBERZIEHT, SONDERN LERNEN, IM REGEN ZU TANZEN


... das habe ich von den Kolumbianern in den letzten Monaten gelernt.

Man muss aus jeder Situation das Beste machen und das Positive sehen.


Unter diesem Motto stand auch unser letzter Urlaub.

Wahnsinn, dass ich vorhin zum letzten Mal in Kolumbien meinen Reise-Rucksack ausgepackt habe.

Mit Helena, Esther und ihrem kolumbianischen Freund Jeferson bin ich an den Pazifik gefahren.


Nach Buenaventura, die wichtigste Hafenstadt Kolumbiens, fährt man circa 3 Stunden. Danach ging es mit der "Lancha" (Boot) auf die Insel Ladrilleros.

Schon bei unserer Ankuft regnete es, trotzdem war ich beeindruckt von der Schönheit des Pazifiks.

Es ist so anders als die Karibikküste: weniger Tourismus, mehr unbelassene Natur, ziemliche Armut und unglaubliche Lebensfreude.


Wir wohnten in einem Hostel für 35.000 pesos (12€) die Nacht inklusive 3 Mahlzeiten - unglaublich!

Nach einer kurzen Pause sind wir direkt an den Strand gelaufen - egal ob Regen oder nicht, dass Wasser ist warm und die Wellen super hoch.

Danach sind wir ein bisschen durchs Dorf gelaufen und abends dann nochmal ein kurzer Spaziergang zum Strand.


Samstagmorgen haben wir entspannt gefrühstückt und dann ein paar Souveniers eingekauft.

Wir wollten einen entspannten Urlaub, ohne Stess und Verpflichtungen.


Nachmittags sind wir dann mit der Lancha zum Whale Watching gefahren: Wir haben eine Buckelwal-Mama mit Baby gesehen - so toll!


Am Abend haben wir eine Kokosnuss getrunken/gegessen und noch ein bisschen Mensch-ärgere-dich nicht gespielt.


Sonntagmorgen sind wir dann noch zu einem anderen Strand gelaufen, danke Regen durch eine absolute Matsch- Straße.

Aber macht nichts, da geht man einfach ohne Schuhe weiter.


Nach dem Mittag ging es dann schon wieder zurück.


Ein toller Abschluss meiner Reisen durch dieses wundervolle Land und ein gute Vorbereitung auf das Pazifik-Festival "Petronio Álvarez ", welches morgen startet.

Abfahrt in Buenaventura
Abfahrt in Buenaventura
Die "Urlaubs-Besatzung"
Die "Urlaubs-Besatzung"
Unser Hostel
Unser Hostel
Kokosraspeln in Panela (Zuckerrohrsaft)
Kokosraspeln in Panela (Zuckerrohrsaft)
Whale-Watching
Whale-Watching
leider liegt an vielen Stränden sehr viel Müll
leider liegt an vielen Stränden sehr viel Müll

FOTOSHOOTING


Anlässlich zu Franzis Geburtstag sind wir zu Cristo Rey gefahren, um dort mit der ganzen WG Fotos zu machen.

Es war ein richtig toller gemeinsamer Nachmittag - einer von denen, die jetzt leider so langsam gezählt sind...


Ich werde sie alle so sehr vermissen ...


479. GEBURTSTAG VON CALI



Das Wochenende war ganz Cali in Feierstimmung, denn die Stadt hat Geburtstag.

Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten waren in verschiedene Farben angestrahlt.

Samstag Abend waren wir bei einem Salsa-Konzert. Danach gab es ein großes und wunderschönes Feuerwerk!



Zu diesem Anlass möchte ich euch ein ganz tolles Video zeigen.

Meine liebste Freundin und Zimmer-Mitbewohnerin Celine macht Poetry-Slam.

Vor einigen Tagen hat sie einen Text über Cali geschrieben.

Sie fasst so unglaublich in Worte, was wir nur fühlen und nicht ausdrücken können!


WOCHENENDSBESUCH VON PAULINE

Samstag früh habe ich Pauline vom Terminal abgeholt.

Ich habe mich so gefreut, dass sie nochmal nach Cali kommen konnte.


Nachmittags sind wir dann zu der Jugend-Leichtathletik-Weltmeisterschaft gegangen, welche gerade in Cali stattfindet.

Ich finde es toll, dass so eine wichtige Meisterschaft hier ausgetragen wird. Das wirkt Vorurteilen entgegen und rückt Kolumbien weltweit in ein positives Licht.

Viele Schulen haben Freikarten geschenkt bekommen, sodass sie sich kostenlos das Spektakel anschauen dürfen.

Auch für andere Interessierte gab es die Karten sehr günstig.

Es war echt spannend und wir haben sehr für das deutsche Team mitgefiebert.

Wir mit dem französischen Team (Pauline ist leider abgeschnitten)
Wir mit dem französischen Team (Pauline ist leider abgeschnitten)

Sonntag waren wir dann auf der Loma.

Sonst haben wir einfach die Zeit genossen.

Viel Zeit mit meinen WG-Mädels verbracht und gequatscht.

Das verlängerte Wochenende endetet mit einer Wasserschlacht nach dem Frühstück am Montag.

Es war toll.

Danke, dass du hier warst!

"JA, DAS LEBEN IST WICHTIG"
"JA, DAS LEBEN IST WICHTIG"

MEIN BOGOTA UND VILLA DE LEYVA URLAUB IN BILDERN

Mittwoch Nacht 22 Uhr ging es mit Laurien los: 10 Std. Busfahrt nach Bogotá  - Dort wohnten wir bei einem "Couchsurfer", eine Person, die Reisende kostenlos bei sich übernachten lässt
Mittwoch Nacht 22 Uhr ging es mit Laurien los: 10 Std. Busfahrt nach Bogotá - Dort wohnten wir bei einem "Couchsurfer", eine Person, die Reisende kostenlos bei sich übernachten lässt

"Gleich" danach ging es in die Innenstadt, die sogenannte "Candelaria" - gar nicht so einfach mit dem Bussystem.

Die Busse -Transmilenio - funktionieren wie die MIOs in Cali.

Man lädt Geld auf eine spezielle Karte, die als Dauerfahrkarte gilt.

Leider sind die Buspläne sehr schwer zu verstehen und auch die Bogotaner sind etwas mit den Plänen überfordert, was dazu führt, dass wir in den 2 Tagen sehr viel unnütz Bus gefahren sind.

Endlich angekommen ging es dann gleich in das bekannte Goldmuseum. Ein riesiges Museum, in dem Fundstücke aus ganz Kolumbien aussgestellt sind. Das Museum ist unglaublich modern.
Endlich angekommen ging es dann gleich in das bekannte Goldmuseum. Ein riesiges Museum, in dem Fundstücke aus ganz Kolumbien aussgestellt sind. Das Museum ist unglaublich modern.
Danach entschlossen wir auf den "Cerro de Monserrate" zu fahren, dieser 3.150m hohen Berg biete einen Blick über Bogotá.
Danach entschlossen wir auf den "Cerro de Monserrate" zu fahren, dieser 3.150m hohen Berg biete einen Blick über Bogotá.
Eine Seilbahn bringt die Besucher nach oben.
Eine Seilbahn bringt die Besucher nach oben.
Einfach nur beeindruckend! 8,4 Millionen Menschen leben in der Hauptstadt Kolumbiens
Einfach nur beeindruckend! 8,4 Millionen Menschen leben in der Hauptstadt Kolumbiens
Wir machten einen kleinen Spaziergang und genossen die Aussicht bei wunderschönen, doch kalten Wetter.
Wir machten einen kleinen Spaziergang und genossen die Aussicht bei wunderschönen, doch kalten Wetter.
Wieder unten angekommen, schauten wir uns noch ein wenig die Innenstadt an. Schon oft habe ich gehört, dass Bogotá hässlich sei - den Eindruck hatte ich gar nicht. Die Innenstadt hat mir sehr gut gefallen.
Wieder unten angekommen, schauten wir uns noch ein wenig die Innenstadt an. Schon oft habe ich gehört, dass Bogotá hässlich sei - den Eindruck hatte ich gar nicht. Die Innenstadt hat mir sehr gut gefallen.
Die Kathedrale auf dem "Plaza Bolívar"
Die Kathedrale auf dem "Plaza Bolívar"
Der Justizpalast und rechts davor zu sehen die Statue von Simón Bolívar
Der Justizpalast und rechts davor zu sehen die Statue von Simón Bolívar
"Straße der Freunde" und ja, Fotos mit Jacke kennt man fast nicht mehr von mir, aber Bogotá ist kalt (Durchschnittstemperatur 18°C)
"Straße der Freunde" und ja, Fotos mit Jacke kennt man fast nicht mehr von mir, aber Bogotá ist kalt (Durchschnittstemperatur 18°C)
Weiter ging es ins "Botero-Muesum": Der Künstler, aus Medellin, ist für seine dicken Statuen (hauptsächlich in Medellin) und die ebenso stämmigen Figuren und Dinge in seinen Bildern bekannt
Weiter ging es ins "Botero-Muesum": Der Künstler, aus Medellin, ist für seine dicken Statuen (hauptsächlich in Medellin) und die ebenso stämmigen Figuren und Dinge in seinen Bildern bekannt
Danach nahmen wir an einer Graffiti-Tour durch die Innenstadt teil. Wir hatten dies zwar geplant, aber uns nicht angemeldet, sodass wir zur Startzeit allein am Treffpunkt standen. Durch Zufall trafen wir die Gruppe später - zum Glück!
Danach nahmen wir an einer Graffiti-Tour durch die Innenstadt teil. Wir hatten dies zwar geplant, aber uns nicht angemeldet, sodass wir zur Startzeit allein am Treffpunkt standen. Durch Zufall trafen wir die Gruppe später - zum Glück!

Den späten Nachmittag und Abend verbrachten wir in einem Einkaufscenter. Da fühlte man sich echt wie in Europa, allgemein ist Bogotá sehr europäisch und die Menschen ganz anders als die Bewohner Calis: hellere Haut & Haare und einen anderen Kleidungsstil
Den späten Nachmittag und Abend verbrachten wir in einem Einkaufscenter. Da fühlte man sich echt wie in Europa, allgemein ist Bogotá sehr europäisch und die Menschen ganz anders als die Bewohner Calis: hellere Haut & Haare und einen anderen Kleidungsstil
Am nächsten Tag ging es früh los, da wir nach Villa de Leyva (Kolonialstadt mit 11.000 Einwohnern) fahren und unterwegs die Salzkathedrale in Zipaquirá anschauen wollten.
Am nächsten Tag ging es früh los, da wir nach Villa de Leyva (Kolonialstadt mit 11.000 Einwohnern) fahren und unterwegs die Salzkathedrale in Zipaquirá anschauen wollten.
Die Huptkirche in Zipaquirá
Die Huptkirche in Zipaquirá
Salzkathedrale
Salzkathedrale
Villa de Leyva- eine wunderschöne, entspannte Kleinstadt
Villa de Leyva- eine wunderschöne, entspannte Kleinstadt
Der Hauptplatz, momentan mit einem Jahrmarkt
Der Hauptplatz, momentan mit einem Jahrmarkt
Da wir relativ spät ankamen, reichte die Zeit nur noch für eine kleinen Stadtrundgang und Abendessen. In der Nacht konnte man endlich wieder Sterne sehen. Übrigens schlief  ein dt. Bag-Packer  mit in unserem Zimmer, den wir auf der Fahrt kennen lernten.
Da wir relativ spät ankamen, reichte die Zeit nur noch für eine kleinen Stadtrundgang und Abendessen. In der Nacht konnte man endlich wieder Sterne sehen. Übrigens schlief ein dt. Bag-Packer mit in unserem Zimmer, den wir auf der Fahrt kennen lernten.
Noch vor dem Frühstück machten wir uns am nächsten Tag auf den Weg zum Terracotta-Haus. Danach wurde lecker gefrühstückt.
Noch vor dem Frühstück machten wir uns am nächsten Tag auf den Weg zum Terracotta-Haus. Danach wurde lecker gefrühstückt.
Danach blieb noch Zeit für das Shoppen einiger Souvenirs und dann machten wir uns auf den Heimweg mit 15 Stunden Fahrt. Es war ein toller Urlaub. Danke Laurien.
Danach blieb noch Zeit für das Shoppen einiger Souvenirs und dann machten wir uns auf den Heimweg mit 15 Stunden Fahrt. Es war ein toller Urlaub. Danke Laurien.

"FERIEN" UND UNSER WOCHENENDAUSFLUG IN DIE "LAGUNA DE SONSO"

Seit etwas mehr als einer Woche sind Schulferien, das heißt jedoch nicht, dass ich auch frei habe.

An den schulfreien Tagen fahren wir nach Montebello und helfen in der Schule unserer Organisation:

Tische für ein Festival müssen gezählt werden, Stände aus Bambus werden gebaut, Klassenräume geputzt und wir helfen bei den Ferienspielen in der Bibliothek, in der Celine arbeitet.


Morgen (Mittwoch) fahre ich nach Bogota und Villa de Leyva.

Bilder und Berichte folgen bald.

Schon im Januar habe ich im Reiseführer von der Laguna de Sonso gelesen, ein Naturreservat mit unzähligen Vogelarten, circa 1 Stunde von Cali entfernt.

Laurien, Roxane, Celine und ich haben uns gleich morgens auf den Weg gemacht - voller Euphorie, weil die Fotos im Internet so schön aussahen.

Der Bus ließ uns an der Straße aussteigen und wir gingen zu Fuß weiter.

Nach einigen hundert Metern kamen wir zu einem kleinen Dorf, wo wir nach dem Weg fragten.

Großer Fehler, anstatt nach links wurden wir nach rechts geschickt: Dieser Weg führte uns 2 Stunden um ein riesiges Maisfeld - nicht gerade, das, was man sich unter einem Naturreservat vorstellt.

Gegen Ende des Weges haben wir ein Haus gesehen, in dem wir dann nochmal nach dem Weg fragten.

Der Mann schaute uns ganz verwundert an - kein Wunder bei 4 Blondies irgendwo im Nirgendwo auf der Suche nach einer Lagune.

Als wir ihm erklärten, dass wir eine ganze Runde um das Maisfeld gemacht haben, fragte er uns noch verwunderter, warum wir nicht einfach mitten durch das Feld gelaufen sind.

Wir haben aus der Ferne nur einen geschlossenen Zaun gesehen und uns deswegen nicht getraut, die Abkürzung durchs Feld zu nehmen - später stellten wir fest, dass auf dem Schild einfach nur "Gatter bitte wieder schließen" stand - naja,  Bewegung schadet ja nicht.


Letztendlich kamen wir dann an dem Haus an, in dem ein Verantwortlicher für das Reservat lebt. Der zeigte uns dann den richtigen Weg und etliche Vogelarten.

Es war eine schöne Wanderung, nur leider gab es, außer den Fluss, kein Wasser.

Fragt mich nicht warum.


So hatten wir es erwartet:

http://www.kayakcolombia.net/planes-en-kayak/turismo-kayak-laguna-sonso/


Und so war es wirklich:


REIS, EMPANADA, AREPA, GRANADILLA ... - EINE KULINARISCHE REISE

Die Zeit in meiner Gastfamilie hat mich viel tiefer in die kolumbianische Kultur eintauchen lassen. In diesem Artikel möchte ich euch ein bisschen über kolumbianische Essgewohnheiten und die Lieblingsgerichte der Kolumbianer erzählen.
Die Zeit in meiner Gastfamilie hat mich viel tiefer in die kolumbianische Kultur eintauchen lassen. In diesem Artikel möchte ich euch ein bisschen über kolumbianische Essgewohnheiten und die Lieblingsgerichte der Kolumbianer erzählen.


1. REIS (ARROZ)


Das Grundnahrungsmittel der Kolumbianer ist Reis.

Reis gibt es zum Frühstück, zum Mittag und zum Abendessen.

Auf meine Frage an meine Gastfamilie, ob das nicht auf Dauer mal langweilig wird, bekam ich nur verständnislose Blicke zugeworfen.

Reis ist die Basis von jedem Essen: Er ist billig, sättigt und ist einfach und schnell zu zubereiten.

Fast jeder kolumbianische Haushalt hat einen extra Reis-Kochtopf, welcher piept, wenn der Reis fertig ist.


In den einfachen kolumbianischen Restaurants gibt es meist ein Tagesmenü, zu welchem man sich die Fleischsorte auswählen kann:

Reis + Bohnen + Hühnchen oder Reis + Linsen + Schweinefleisch.

Es gibt nicht so viele Auswahlmöglichkeiten, was die Entscheidung wesentlich einfacher macht.

Für ein Mittagessen in Cali zahl man ca 6.000 pesos (etwas über 2€).


Gar nicht selten steht auf dem Speiseplan, egal ob in meiner Gastfamilie, in der Schule oder in Restaurants, Reis mit Kartoffel oder Reis mit Nudeln oder sogar alles 3 in Kombination - mehr Kohlenhydrate geht fast gar nicht.

Dafür spart man an Soßen.Selbst zubereitete Soßen gibt es hier kaum.

Zu trockene Gerichte werden mit Ketchup, Mayo, Knoblauchsoße, Ananas-Soße! oder der beliebten "Salsa Rosada" (Mischung aus Ketchup und Mayonaise) ergänzt.


Besonders beliebt bei den Kindern ist Milchreis, der hier mit Käsestücken (der Käse ähnelt Feta-Käse, ist aber nicht so geschmacksintensiv) serviert wird- gewöhnungsbedürftig, aber lecker!


Auch chinesicher Reis wird hier gerne gegessen, oder ein Reisgemisch mit Gemüse und Hühnchenstücken, welches in ein ganzes Schwein gefüllt wird.


Kurz um: Ein Essen ohne Reis, ist kein Essen!

Eine typisch pazifische Mahlzeit mit Fisch
Eine typisch pazifische Mahlzeit mit Fisch
ein typisches Frühstück
ein typisches Frühstück
ein Schwein voll mit Reis
ein Schwein voll mit Reis
chinesischer Reis
chinesischer Reis
Mittagessen in meiner Gastfamilie mit Linsen und Hühnchenbrust
Mittagessen in meiner Gastfamilie mit Linsen und Hühnchenbrust
Reis mit Nudeln im Restaurant
Reis mit Nudeln im Restaurant


2. OHNE FLEISCH, BITTE ...


Als Vegetarier hat man es in Kolumbien nicht gerade einfach.

Fleisch gehört zu jeder "anständigen" Mahlzeit dazu.

Sagt man "ohne Fleisch, bitte", bekommt man Hühnchen serviert, denn Hühnchen versteht man hier keineswegs als Fleisch.


Fleisch (Schwein oder Kuh) oder Hühnchen gibt es entweder gegrillt oder gebraten und egal in welcher Form, es ist immer sehr sehr lecker!



3. AREPA


Arepas sind aus Maismehl hergestellte "Fladen".

Sie werden entweder zu einer Mahlzeit serviert, mit Butter oder Käse zum Frühstück gegessen oder gefüllt in Restaurants oder Straßenständen verkauft.

Die Arepa ist ein typisch kolumbianisches Fast Food, dass man eigentlich an jeder Straßenecke finden kann.


Sie sind super einfach aus Maismehl, Wasser und Salz herzustellen und sind gefüllt mit Fleisch und Salat der kolumbianische Döner-Ersatz.


Auch mit süßen Beilagen kann man eine Arepa essen.

Arepa mit Käse
Arepa mit Käse
voll gefüllte Arepa
voll gefüllte Arepa


4. EMPANADAS


Eins der leckersten kolumbianischen Snacks!

Empanadas sind mit Kartoffel und Fleisch gefüllte Teigtaschen, die in Fett fritiert werden.

Sie sind super sättigend!


Die Art der typischen Füllung unterscheidet sich nach Land und sogar Region.


Hier werden sie meist mit einer unglaublich scharfen Chilli-Tomaten-Öl-Kräuter-Soße gegessen.


5. PLATANOS (KOCHBANANEN) 


Kochbananen ähneln den normalen Bananen sehr. Sie sind nur etwas größer und haben eine festere Schale und auch die Frucht an sich, ist gewöhnlich etwas fester.


Man unterteilt die Kochbananen, aufgrund des Reifegrades, in 2 Gruppen:

Die Gelben Früchte sind die "Maduros" - die reifen und süßen Kochbananen.

Man frittiert sie meist in Stücken und bestreut sie anschließend mit Zucker.

Man kann sie jedoch auch in der Mikrowelle zubereiten.


Die anderen Platanos sind grün.

Sie werden häufiger verwendet, da man sie mit Salz zubereitet.

Man kann die Scheibchen frittieren und erhält Platano-Chips oder man kann sie zu flachen Fladen zerdrücken und frittieren ("Patacones").

Oft findet man sie auch in Suppen, da sie sehr sättigend ist.


Patacones im heißen Öl
Patacones im heißen Öl
Die gelben (reifen) und die grünen Platanos
Die gelben (reifen) und die grünen Platanos


6. SANCOCHO


Sancocho ist die typische Suppe für unsere Region.

Sie wird fast immer als Vorspeise serviert, ist jedoch so sättigend, dass sie auch als einzelne Mahlzeit ausreichen wird.

In die klare Brühe (Hühnchensud und frische Kräuter) werden Kartoffeln, Platanos, Yuca (kartoffelähnliche Wurzel), Maiskolbenstücke, Hühnchen und Fleisch geben.


7. BÄCKEREIEN & STÄNDE MIT TYPISCHEN SNACKS


Bäckereien findet man an jeder 2. Straßenecke.

Sie verkaufen Kekse, Kuchenstücke, Croissants mit Käse oder Wurst, süße Teilchen, viele Backwaren mit Käse und natürlich jede Menge Brot.


Brot ist hier jedoch sehr anders. Es ist sehr weich (vergleichbar mit Weißbrot) und immer süß. Man findet weder harte Körner noch eine knusprige Rinde.


Alle Backwaren sind im Vergleich zu Deutschland sehr sehr günstig.



Auch oft zu finden sind kleine Straßenstände, welche typische Snacks anbieten.

Frittiere Kartoffelscheiben, Kartoffeln gefüllt mit Reis, Platano gefüllt mit Käse, verschiedenste Fleisch-Spieße und Würste, Empanadas und vieles mehr.

Fast alles ist fettgebacken, denn das macht das Essen bei der Hitze hier, länger genießbar.



8. AREQUIPE


Wenn man mich fragt, was mein Lieblingsessen in Kolumbien ist, dann sage ich immer: Arequipe, die Früchte und Bohnen.


Arequipe ist eine karamell-ähnliche Creme, welche man auf ein Brot, zu Früchten oder einfach so naschen kann.

Sie wird aus Milch und Zucker hergestellt und ist deswegen sehr süß - ABER unglaublich lecker.



9. FRÜCHTE


Ich werde alle meine Kleidungsstücke hier lassen und meinen Koffer füllen mit Obst.

Noch nie habe ich so viel so leckeres Obst gegessen.

Die Mangos, Ananas, Papayas, Maracuyas - ein Traum.

In Deutschland teilte man sich in der Familie eine Mango oder eine Ananas, hier esse ich teilweise eine komplette Ananas als Mittag oder auch mal 2 oder 3 Mangos am Tag.

Die Früchte sind hier sehr günstig und überall zu bekommen.


Ich habe hier so viele neue Früchte kennengelernt: Lulo, Mora, Granadilla, Guanabana, Guave und noch einige mehr.

Manche eignen sich besser als Saft, andere sollte man lieber so essen.


Ich würde euch so gerne alle Früchte mitbringen, dass ihr sie selber probieren könnt.

Ich weiß schon jetzt, dass ich die Früchte unglaublich vermissen werde.


10. GETRÄNKE


Besonders beliebt sind "Gaseosas" - Limos, wie Cola, Fanta und Sprite.

Die Lieblingssorte der Kolumbianer ist "Apfel" - ich weiß echt nicht, wer auf die Idee gekommen ist, diesem Getränk einen Apfelgeschmack zuzuschreiben, denn es schmeckt einfach nur süß und künstlich.


Quatro (Limo aus Grapefruit) und Colombiana (süße Limo) habe ich hier auch neu kennengelernt.



Sonst trinkt man hier oft Säfte, die aus den Früchten frisch zubereitet werden. Man kann sie entweder in Milch oder in Wasser bestellen.


Limonada ist hier ein Getränk, welches aus Limetten, Zucker und Wasser zubereitet wird - sehr erfrischend und lecker.


Nicht zu vergessen ist natürlich der Kaffee. 

"Tinto" wird der einfache schwarze Kaffee genannt, doch die Kolumbianer lieben auch Kaffee mit Zucker und Milch.


Milch, Trinkjoghurt und Avena (Hafermilch) wird oft zum Frühstück getrunken.


Aufgrund der Hitze ist Wasser natürlich das wichtigste. In den meisten Teilen Calis kann man das Wasser, was aus der Leitung kommt bedenkenlos trinken

Mangosaft in Milch - mein Lieblingssaft
Mangosaft in Milch - mein Lieblingssaft


Ich hoffe, dass ich euch einen kleinen Einblick in die kolumbianische Küche geben konnte.

Es ist so schwer, mit Worten Essen zu beschreiben.


Ich finde alles sehr lecker und habe mich schnell und ohne Probleme an das Essen hier gewöhnt.